Mittwoch, 15. Februar 2017

ANL #14 - Was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat - Teil 2

Servus, ihr Lieben,...



... ich freue mich riesig, dass ihr euch bei der ersten ANL-Aktion 2017 wieder rege beteiligt
habt und dass ihr auch heute wieder bei mir vorbeischaut! Es geht nach wie vor um das Thema,
"Was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat". Und für alle, die auch gern Bilder
ansehen wollen, gibt's u.a. ein paar Katzenfotos und einen Blick auf eine neue Kombination
mit meinem bereits etwas älteren Gudrun-Sj*den-Kleid, das ich euch HIER und HIER schon
mal gezeigt habe!

(Danke übrigens auch für eure lieben Zeilen zu meinem Schnee-Frida-Gudrun-Outfit-Post
vom letzten Mal!)
 

 


A short English summary of this post:
Today I tell you about some more changes in our lives: Our purchases are more environmentally 
conscious; we only buy fair trade organic coffee; I now have a nice reusable coffee-to-go mug from
 the rapidly replenishing raw material bamboo; we use recycled toilet paper; we boycott the company 
Nestlé (because of its shocking water policy, hypocrisy and palm oil policy). Our cats are also no longer 
getting any food that is related to this company.
Hugs, Traude
 


In meinem vorigen ANL-Post erzählte ich euch vor allem, wie ich es mittlerweile (zumeist) mit
Kleidungsankäufen und mit Palmölprodukten halte. Das waren die Punkte 1 und 2 meiner Liste, was
sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat. Heute erzähle ich euch von einigen weiteren
kleineren und größeren Veränderungen, die es im Rostrosenhaushalt gegeben hat.

Ich fange mal mit den kleineren an:





👉 Punkt 3 meiner Liste: WIR DENKEN MEHR ALS BISHER ÜBER UNSERE EINKÄUFE 
NACH:

Damit meine ich jetzt nicht nur, dass wir noch stärker als früher darauf achten, Bio-Produkte oder
regionale Lebensmittel zu kaufen oder dass wir versuchen, daran zu denken, dass wir eine kleine Box
dabei haben, in der das Verkaufspersonal unseren Käse oder unsere Wurst geben kann, um damit
Verpackungsmüll einzusparen. Das tun wir zwar auch, und wir achten außerdem beim Schenken
verstärkt darauf, keine Verlegenheitsgeschenke mehr zu machen, sondern nur noch Sinnvolles zu
verschenken - z.B. "Geschenke die Gutes tun" von Oxfam Unverpackt (keine bezahlte Werbung).

👉 Aber worauf ich eigentlich hinauswill, sind Einkäufe wie der, als Anfang 2016 unsere Personenwaage
den Geist aufgab (böse Zunge behaupten, da war jemand zu schwer 😉) oder als Ende 2016 unser
Küchenwecker kaputt wurde. Ich weiß, es gibt Haushalte, die locker ohne Personenwaage oder
Küchenwecker auskommen, der Rostrosenhaushalt zählt nicht dazu. Aber wenn schon, dann sollte
ein möglichst umweltfreundlicher Ersatz bei uns landen und nicht einfach die nächste "Billigsdorfer-
Waage", die auch bald wieder zu Müll mutiert oder der Batterien-fressende Digital-Küchenwecker,
der einer traurigen Zukunft als Elektronikschrott entgegenblickt.

👉 Man kann sich natürlich wochenlang in diversen Umweltforen nach dem umweltfreundlichsten
Produkt erkundigen - und wird dabei vermutlich aufgrund der zahlreichen einander widersprechenden
Informationen wahnsinnig. Darauf hatte keiner von uns Lust. Wir machten es uns einfacher und
schauten im Internet nach, welche diesbezüglichen Produkte der Umweltversandhandel anbietet. Und
dann schauten wir, wo wir ebendiese Produkte günstiger kriegen können 😉. Und erstanden auf diesem
Weg eine digitale Solar-Personenwaage (keine Batterie nötig, funktioniert auch bei geringer Lichtstärke)
sowie einen nostalgischen mechanischen Küchen-Timer mit Kühlschrankmagnet: Einfach komplett
aufziehen, dann auf die gewünschte Zeit stellen - und alles tickt. Ebenfalls ganz ohne Batterie.





👉 Punkt 4 meiner Liste, was sich im letzten Jahr bei uns geändert hat: HERR ROSTROSE
SPRUDELT SEIN WASSER JETZT SELBST:

Herr Rostrose trinkt gern "Prickelwasser".
(Ich nicht, ich trinke zu Hause und im Büro schon seit vielen Jahren hauptsächlich Leitungswasser -
ungesprudelt. Es schmeckt mir so am besten. Aber jedem das seine.) Früher schleppten wir etwa
jede zweite Woche eine Mineralwasserkiste heim; wir haben uns allerdings auch da schon bemüht,
das Umweltfreundlichste zu tun und kauften entweder Mineralwasser in gläsernen Einsatzflaschen
(waren aber nicht überall zu bekommen) oder Plastik-Mehrwegflaschen (beide haben lt. Ökobilanz
ihre Vor- und Nachteile, sind jedoch definitiv besser als die in Österreich üblichen und am meisten
gekauften Kunststoff-Einwegflaschen). Beide sind verglichen mit den Plastikflaschen zwar teurer,
aber das war es uns wert.

Dann begann sich Edi allerdings mit dem Gedanken zu tragen, einen Wassersprudler zu kaufen -
und nachdem er sich ausreichend informiert hatte, zog er das auch durch. Wir haben übrigens einen
Sprudler mit zwei Glasflaschen, denn Kunststoffflaschen sind auch da wieder suboptimal und
außerdem sollte man diese alle zwei Jahre erneuern...

👉 Hier ein Beitrag zum Thema Leitungswasser statt Plastikflaschen aus dem Utopia-Newsletter.



Bildquelle KLICK



👉 Punkt 5 meiner Liste: WIR KAUFEN NUR NOCH FAIR-TRADE-BIO-KAFFEE:

Herr Rostrose trinkt vor allem zum Frühstück gern Kaffee - und ich bin eine echte "Kaffeeschwester".
Zu Hause trinken wir vor allem Filter-Kaffee. Eine Kapselmaschine hat uns nie interessiert, der Preis 
der Kapseln ist ja allein schon gewaltig, die Ökobilanz ein Drama - und der Kapselkaffee schmeckt
uns auch nicht wirklich. Wir sind einfach Filterkaffeefreunde. Unsere Filtertüten sind schon seit vielen
Jahren die umweltfreundlicheren Ungebleichten, aber bis vor kurzem kauften wir fast immer ganz
herkömmlichen Kaffee - meistens (bei einer Auswahl von drei verschiedenen uns schmeckenden
Marken) den im Sonderangebot. Das haben wir im Jahr 2016 nun auch geändert. Der Fair-Trade-
Kaffee ist zwar etwas teurer, aber nachdem wir so viel weniger unsinniges Zeug kaufen, seit wir
achtsamer konsumieren, können wir uns das locker leisten. Er ist außerdem immer noch um
KLASSEN billiger als Kapselkaffee!

👉 HIER und HIER ein paar Beiträge zum Fair-Trade-Kaffee-Thema aus dem Utopia-Newsletter. 


Bildquellen via  KLICK



👉 Punkt 6 meiner Liste: ICH HABE JETZT EINEN WIEDERVERWENDBAREN COFFEE-
TO-GO-BECHER AUS BAMBUS:

Habe ich schon erwähnt, dass ich eine Kaffeeschwester bin? Der Kaffee, den es bei uns im Büro 
gibt, schmeckt mir allerdings nicht und tut auch meinem Magen nicht gut. Deshalb habe ich es mir
vor einiger Zeit angewöhnt, mittags einen großen Capuccino-to-Go aus einem der Coffee-Shops in
Büro-Nähe zu holen. Der hat allerdings wegen der Wegwerfbecher und Wegwerfdeckel unter Umwelt-
freunden keinen guten Ruf - KLICK.

Zitat: Coffee to go-Becher sind ein wahrer Fluch für die 
Umwelt. In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden von ihnen verbraucht. Für ihre Herstellung 
sind 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energie-
menge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe. Diese Probleme dürfen 
wir nicht länger ignorieren.“ (DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch)

Doch es gibt Abhilfe - noch dazu in sehr attraktiver Form: Dauerhafte Coffee-to-Go-Becher
aus dem rasch nachwachsenden Rohstoff Bambus! Es gibt mehrere Anbieter - z.B. KLICK - mein
Becher ist von HIER (keine bezahlte Werbung - wie alles andere hier auch!).


Bildquelle des mittleren Fotos KLICK ; die übrigen Fotos sind "Eigenbau"



Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal einen wiederverwendbaren Kaffeebecher mit Deckel, doch
der war aus Metall und hatte auch nach Wochen noch einen unangenehmen Geruch und Eigengeschmack,
der einfach nicht wegzubringen war. Das Geruchs- und Geschmacksproblem fällt bei meinem Bambus-
becher komplett weg - und außerdem sieht er viel hübscher aus! 😊 Die Coffeeshop-Damen haben sich
 inzwischen bereits daran gewöhnt, dass ich meinen Becher immer dabei habe und füllen mir meinen
Kaffee dort anstandslos ein.






👉 Punkt 7 meiner Liste: WIR VERWENDEN JETZT WIEDER RECYCLING-KLOPAPIER!

Wie die meisten von euch wissen, wird für die Erzeugung von Papier - und somit auch WC-Papier -
nicht nur sehr viel Holz, sondern auch sehr viel Wasser und Energie benötigt.

"Jeder fünfte Baum, der auf dieser Welt gefällt wird, landet in der Papierherstellung. 
Schätzungsweise 20 Prozent davon stammen aus Urwäldern."

und:

"Zudem spart Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis 
zu 70 Prozent Wasser, es verursacht deutlich weniger CO2, verringert Abfälle und Emissionen. Es 
werden deutlich weniger Chemikalien gebraucht, als bei der Frischfaserherstellung. Somit ist die 
Abwasserbelastung bis zu zehn mal niedriger."

(Quelle: KLICK)

Es gab eine Zeit, da kaufte ich ganz selbstverständlich nur Recycling-Klopapier. Ich fand das
nicht kratzig oder sonstwie unangenehm. Dann trat Herr Rostrose in mein Leben, und als er ein
 paar Jahre später auch noch in meine Wohnung einzog, wurde sein unüberhörbarer Ruf nach einem
flauschigeren Toilettenpapier laut. Mein Mann ist eben ein Luxusgeschöpf - auch wenn es um
 sein Popöchen geht 😉. Vor einigen Monaten jedoch probierten wir auf mein Bestreben hin ein lt.
Verpackungsangabe flauschiges Recycling-WC-Papier der neuen Generation aus - und siehe da,
mit dieser Qualität kann sogar das Popscherl des Herrn Rostrose gut leben. Und meines sowieso.



Bildquelle KLICK


Zum Schluss kommt noch eine ziemlich massive Veränderung, denn ...

👉 Punkt 8 meiner Liste, was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat, lautet:  
WIR KAUFEN ABSOLUT KEINE NESTLÉ-PRODUKTE MEHR!

👉 Ja, ihr lest richtig. Der schwerreiche Großkonzern Nestlé hat sich bei uns völlig rausgekickt.
Und zwar einerseits wegen seiner Wasserpolitik: Die Firma hat es sich offenbar zur gängigen
Praxis gemacht, den Menschen in teilweise ohnehin wasserknappen Regionen (Pakistan, Arizona,
Südafrika etc.) das letzte Trinkwasser durch den Bau von Tiefbrunnen abzugraben. So kommt der
gierige Konzern auf billige Weise zu Wasser, das er dann in Plastikflaschen abfüllt und unter dem
Namen „Pure Life“ hochpreisig an die einheimische Bevölkerung verkauft. (Info-Quelle unter 
anderem: SumOfUs)

Wir finden, das geht gar nicht!






👉 Andererseits wegen seiner Heuchelei: Wenn man nämlich auf die Website des Konzerns
schaut, wird man mit verlogenem Selbstlob konfrontiert, in dem sich die Firma so darstellt, als
wäre sie in sämtlichen Bereichen auf fast schon "heiligzusprechende" Art und Weise engagiert.
Siehe Punkt "Wasser" - Zitat:  

"Engagement für eine bessere Wasserpolitik und einen verantwortungsbewussten Umgang mit 
Wasser; Sensibilisierung für einen ressourcenschonenden Umgang mit Wasser und einen besseren 
Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung entlang unserer Wertschöpfungskette" etc.

 Wie jetzt? Indem man den Menschen das Wasser abgräbt, engagiert man
sich für eine bessere Wasserpolitik?!?!?! Oder meint man mit "besseren Zugang zu Wasser und 
Sanitärversorgung entlang unserer Wertschöpfungskette", dass die Firma selbst einen "besseren 
Zugang" erhält? Ich denke, bei all den verwaschenen "Verpflichtungs-Sätzen" muss man sehr genau
zwischen den Zeilen lesen. Sie sind meiner Auffassung nach ungefähr so ernst zu nehmen wie die
Wahlversprechungen von Politikern.

Nach dem Erscheinen des Nestlé-kritischen Filmes "Bottled Life" gab es vonseiten der Firma
zwar ein paar Aktivitäten, die das Ansehen Nestlés wieder herstellen sollten, jedoch halte ich diese
vor allem für "Augenauswischerei". Und man hat trotz aller Proteste bisher nicht damit aufgehört,
in den verschiedensten Regionen der Welt Tiefbrunnen zu bauen und sich an den natürlichen
Trinkwasserreserven der dort lebenden Menschen zu bereichern. Und der Welt ein paar Plastik-
flaschen mehr zu bescheren. Wir haben ja noch nicht genug davon...




👉 Und drittens wegen seiner Palmöl-Politik: Denn Nestlé verwendet im großen Stil das billige
und ach so praktische Palmöl für seine Produkte. Die Palmölindustrie zerstört nicht nur die für
unser Klima so wichtigen Regenwälder *) - sie beutet auch die Arbeiter systematisch aus und
schreckt selbst vor Kinder- und Zwangsarbeit nicht zurück: Anstatt zur Schule zu gehen, müssen
Kinder (lt. Amnesty International) auf den Palmölplantagen des Wilmar-Konzerns und mit dem
Konzern verbundenen Unternehmen arbeiten. Und zu den Palmöl-Kunden des Wilmar-Konzerns
gehört unter anderem die Firma Nestlé (sowie übrigens auch mache andere westliche Firma:
Colgate Palmolive, Kellogg´s, Procter & Gamble und Unilever...)
(Info-Quelle unter anderem: Rettet den Regenwald e. V.)

*) Hier übrigens wieder zwei Zitate aus dem "Verpflichtungs-Katalog" der Firma Nestlé:
Vorreiterrolle im Umgang mit dem Klimawandel; Erhaltung von Naturkapital, einschließlich 
Wäldern... INTERESSANT!

👉 Nun ist es aber gar nicht so einfach, einen Konzern wie Nestlé zu boykottieren, der in so
vielen Produkten und Nebenmarken seine Finger drin hat. Diese Aufstellung hier hat uns
zunächst mal schon sehr gut geholfen - und hilft vielleicht auch euch, falls ihr es wie wir
halten wollt:


https://utopia.de/app/uploads/2015/05/141022-oxfam-grafik-z_oxfam_1600x970.jpg


👉 Sofern die Graphik auf eurem Bildschirm zu klein dargestellt wird, könnt ihr DIESEN LINK
anklicken, da erhaltet ihr sie Bildschirm-füllend.

Der gesamte linke untere Bereich gehört zu
Nestlé. Es haben sich also nicht nur Produkte rausgekickt, bei denen gut erkennbar ist, dass hier
Nestlé mitmischt (wie z.B. bei Nescafé, Nespresso, Nesquick - da mochte ich früher übrigens die
Schokosauce recht gern, Nestea - den mein Mann früher ganz gern mal getrunken hat), sondern auch
sämtliche Produkte von Maggi, Thomy, Buitoni, Herta, Schöller, Mövenpick & Co. Herr
Rostrose hat sich außerdem seine bisherige Lieblings-Zutat für sein Fühstücksmüsli freiwillig
abgewöhnt, denn das "Lion-Knusper-Müsli" wird (ebenso wie die Lion-Riegel) von Nestlé
hergestellt. Und wenn's noch so gut schmeckt *), schmeckt es UNS nicht mehr!

*) Ja, da haben es auch wieder diejenigen gut, die ohnehin noch nie auf sowas standen...


👉 Durch einen Tipp von Bärbel erhielt ich ergänzend die folgende Graphik, die nicht nur
Nahrungsmittel und ähnliches betrifft. Hier zeigt sich, dass der Konzern auch noch zu 30 %
bei l'Oreal mitmischt und also auch bei Diesel-Jeans, YSL, Vichy, Maybelline etc. kräftig 
mitverdient. Gut, die sind somit auch alle raus!

 LEIDER mischt der Konzern auch noch kräftig bei Katzenfutter mit (siehe rechts)! Und ich 
musste erschüttert feststellen, dass unsere Katzen sich fast ausschließlich von "Nestlé" ernähren - 
denn die Marke, die sie am häufigsten bekamen (einfach weil sie dieses Futter so gut wie immer 
ohne Protest fraßen) war felix. Und sie mochten auch andere Purina-Produkte gern. 




https://netzfrauen.org/wp-content/uploads/2013/11/nestle.jpg



👉 Ich war wirklich besorgt, denn unsere Katzen wollten wir natürlich 
nicht "zum Boykott zwingen" 🙀. Aber vielleicht ließen sie sich ja behutsam umstellen? Wir 
versuchten also zunächst mal vorsichtig (und nach ein paar Tagen mehr und mehr) andere Katzen-
futterprodukte unter die Felix- und Purina-Säckchen zu mischen ... 

Der Versuch kam prima an - zum Glück! -
offenbar freuten sich unsere beiden über die nun viel größere Abwechslung! Und irgendwann 
gab es dann einfach nur mehr "die anderen Sorten"... Kein Problem für Nina und Maxwell, 
sie fressen immer noch gern! 😻 Und wie ihr auf den eingestreuten Fotos sehen könnt,
sind sie nach wie vor wohlgenährt... Unsere nächste Versuchsreihe geht nun in Richtung
"mehr Bio-Katzenfutter" - ich erstatte euch Bericht, wie es damit läuft!





So, ihr Lieben - das war's für heute mit diesem Thema. Und für alle, die sich jetzt restlos
überfordert fühlen und meinen, das alles wäre irgendwie zu viel verlangt: Hier "verlangt" natürlich
keiner irgendwas. Ich informiere euch lediglich über ein paar Dinge, die ich herausgefunden habe
und über ein paar Vorsätze, deren Verwirklichung ich durchziehe.

Es gäbe noch viel, viel mehr, das man
für die Welt tun könnte - aber es gibt auch viele, die viel, viel weniger tun. Wichtig ist meiner
Meinung nach, dass einem manche Dinge bewußter werden, dass man darüber nachzudenken
beginnt, was man bewirkt bzw. welche Arbeitsprozesse, welcher Material- und Energieverbrauch
dahinter stehen, wenn man ein Produkt kauft etc. Je mehr man über die Welt und über Zusammenhänge
nachdenkt, desto achtsamer und nachhaltiger wird man wohl auch mit ihr umzugehen beginnen.
Und das wiederum ist gut für unser aller Lebensqualität.




Hier geht es wieder zu einigen Petitionen, die 
die Welt ein bisserl besser machen können:
 
  • Vor 40 Jahren streiften noch 200.000 Löwen durch Afrika, bis heute ist die Population auf kaum mehr als 20.000 eingebrochen. Bitte untererschreibt diese Petition, und setzt euch für einen besseren Schutz dieser Tiere ein!
Ein Löwenbaby kuschelt mit seiner Mutter
Bildquelle KLICK

  • Trump will eine Fusion der Chemieriesen Monsanto und Bayer absegnen. Daraus soll ein 100 Milliarden Dollar schweres Agrarmonster entstehen, das unser weltweites Lebensmittelsystem dominiert. Wir können das verhindern - mit unserer Unterschrift HIER!

  • Holzfäller zerstören wertvolle Wälder in der malaysischen Provinz Kelantan. Die indigenen Temiar haben Barrikaden gebaut, um die weitere Plünderung ihres Landes zu verhindern. Der Staat geht gewaltsam gegen das friedliche Volk vor. Bitte unterstützt die Temiar mit eurer Unterschrift HIER.

    • Indigene blockieren eine Straße in West-Malaysia
    Bildquelle KLICK
  •  Wusstet ihr schon, dass Trumps Söhne begeisterte Elefanten- und Leopardenjäger sind? Offenbar vererben sich Ekelhaftigkeit, Kaltschnäuzigkeit, Desinteresse an unserer Welt weiter.... (Zur INFO geht es HIER und zur passenden Petition geht's HIER!) .


Und hier noch etwas aus Facebook, das ich gerne mit euch teilen möchte:


(Aber es wäre natürlich gut, wenn man versucht, so viel, wie einem möglich ist, richtig zu machen...)


Und nun, ihr Lieben, seid wieder ihr an der Reihe mit euren Themen, die die Welt ein
Stückerl besser machen: Am Ende dieses Posts könnt ihr eure eigenen Beiträge wie üblich bei ANL 
verlinken. Jede Menge Anregungen dazu findet ihr HIER - und zu den Spielregeln in Kurzform 
kommt ihr HIER. *)

*) Wenn ihr auf diese Links klickt, bekommt ihr übrigens auch eine Anleitung, wie das mit dem
Linkup genau funktioniert (für alle, die es bisher nicht versucht oder geschafft haben). 

Habt keine Scheu, auch Ideen zu posten, die
 euch "klein" erscheinen - erzählt oder zeigt uns bitte jede Kleinigkeit, mit der ihr die Welt zu einem
besseren Platz macht bzw. die zu den Begriffen Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität passt.
Denkt daran: Jede gute Idee kann ansteckend wirken!
Herzliche Rostrosengrüße
von eurer Traude

PS: Ich verlinke diesen Beitrag
  bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas
Freitagsoutfit und bei Sabines Aktion Outfit des Monats ...
Weiters mische ich mit den roten Elementen meines Kleides und
meines Kaffeebechers auch bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!


Freitag, 10. Februar 2017

Frida Kahlo im Schnee? Oder die Sehnsucht nach BLAU...

Servus ihr Lieben!


A short English summary of this post:
This time I was inspired by the Modish Matrons theme "Folk Art", the snow in our garden, the 
style of the Mexican artist Frida Kahlo and my new blue set of skirt and shirt from Gudrun-Sj*den.
Hugs, Traude


Auch wenn es so aussieht - dies ist kein Faschings-Posting. Es war bloß ein arbeitsfreier Tag für
mich und darüber war ich so glücklich, dass ich in eine ähnliche "Spiel-Laune" geriet wie an dem
Tag, als mein Post Russisches Wintermärchen Teil 2 entstand. Immerhin hatte es an den beiden
Vortagen neuerlich geschneit, und unter einer weißen Decke - selbst wenn sie dünn ist - gefällt mir
unser Garten im Winter am besten ...
 





Nach dem "Spielen" pflückte ich mir dann die Blumen aus dem Haar, schraubte mir ein paar Ketten
vom Hals, Mütze auf den Kopf, Mantel über die Pracht - und dann ging ich ganz brav in den Hofladen
zum Einkaufen. Also: Nix mit Faschingsparty... Aber wer mag, kann sich durch meine Fotos natürlich
 gern auch zu einer Karnevals-Verkleidung inspiriert fühlen... 😉

(Übrigens bin ich sehr froh, dass ich meiner Laune nachgegeben und die Fotos an diesem Tag gemacht habe, denn Tags 
darauf war der neue Schnee, den es hier erst nach der langen Kälteperiode herabgeschneit hat, bereits wieder Geschichte ...)


Vermutlich fällt einigen von euch schon bei den ersten Fotos auf, dass es hier Kleidungsstücke
zu sehen gibt, die ihr von mir noch nicht kennt. Ja, stimmt - da ist etwas Neues dazu gekommen...
😚






Diejenigen unter euch, die sich gerne mit Kleidung und Farben beschäftigen, kennen das Gefühl 
möglicherweise auch: Es ist so eine Art Sehnen nach einem bestimmten Kleidungsstück in einer 
bestimmten Farbe. Es gibt da keine "Notwendigkeit" im Sinne von "Ich muss nackt herumrennen, 
wenn ich keinen blauen Rock bekomme", aber das brennende Verlangen nach diesem Röcklein
bleibt dennoch bestehen. Und man sieht die Fülle neuer Möglichkeiten förmlich vor sich - all die
Kombinationen, die nur dann machbar sind, wenn ...






Schwierig jetzt, wenn man sich vorgenommen hat, möglichst nichts Neues zu kaufen (schon gar
nicht aus Baumwolle, es sei denn, sie hat Bioqualität). Ich glaube, ich habe das Sehnen etwa ein
Jahr lang verspürt - verspürt und verdrängt - nach einem möglichst flatternden Rock in einem
bestimmten Blauton. Zwei Versuche machte ich zwischendurch - doch der Rock aus dem Öko-
Online-Shop traf sich bei näherer Betrachtung nicht einmal annähernd mit meinen Vorstellungen.
Und der blaue Rock, den ich im Henry-Laden probiert habe, war zu eng. Und eigentlich auch
nicht genau das, was ich wollte.


 


Die meisten Mode-Newsletter und Kataloge habe ich ja abbestellt, einige wenige jedoch durften 
bleiben, weil die Erzeugungsweise und Stoffqualität der Produkte unserer Welt nicht so viel Schaden
zufügen wie andere Kleidungsstücke und ich mich durch die Bilder darin inspiriert fühle. Die
Kataloge, die mich bei weitem am stärksten inspirieren, sind die von Gudrun Sj*den, ich habe euch
HIER bereits davon erzählt.




Als in der Vorweihnachtszeit 2016 ein Katalog mit Gudruns Weihnachskollektion 2016 bei mir 
einlangte, kamen meine Vorsätze sehr, sehr schwer ins Wanken, denn wie ihr wisst, liebe ich den 
Frida-Kahlo-Stil - und genau in diesem Stil präsentierte sich ein Teil der Kollektion. Hier ein paar 
Fotos aus dem damaligen Katalog:




Ich war verliebt in den blauen Rock "Azul", den ihr in der oberen der beiden Collagen seht. Und
ich war auch verliebt in das dazu gehörende Oberteil. Was ich da alles an Kombinationsmöglich-
keiten entdeckte - unfassbar! Aber ich war tapfer, denn ich wollte ja nichts kaufen. Also riss ich mir
beides aus dem Herzen.

Monate später - der Wintersale! Minus 50 Prozent!!! Ich versuchte ihn ein paar Tage lang zu
ignorieren, doch dann sah ich nach, ob es den Rock noch gibt. Es gab ihn. Allerding nur in Größe
XL. Das dazu gehörige Oberteil ebenfalls. XL entspricht bei Gudrun S. in etwa Größe 46.




Die Größen, die ich aktuell für gewöhnlich trage, bewegen sich je nach Schnitt zwischen 40
und 44, meistens pendle ich mich bei 42 ein. Aber was soll's, dachte ich - ich bestelle das einfach 
mal und schicke es dann wahrscheinlich zurück, weil es wohl eh nicht passt. Diese Einstellung
ist jetzt zugegebenermaßen auch nicht ganz "Öko", aber wir haben ja bereits festgestellt, dass
man die Sache mit dem Heiligenschein knicken kann.





Nun, ihr seht - ich habe weder den Rock noch das Oberteil zurück geschickt. Ich bin glücklich
damit. Und das ist gut so, denn in letzter Zeit braucht meine Lebensfreude ab und zu einen Kick.

Der Stoff besteht übrigens nicht aus Baumwolle, sondern aus Modal (mit etwas Elasthan).
Und was gibt es dazu zu sagen? "Modal ist eine nach einem chemischen Verfahren aus Zellulose
hergestellte Faser natürlichen Ursprungs, wobei die Zellulose aus verschiedenen Holzarten gewonnen
wird." Und: "Es kommt also zu 100% aus der Natur, seine Herstellung ist ökologisch vertretbar,
umweltfreundlich und entspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit." (Quelle KLICK) [Und das meint
Wikipedia dazu: KLICK]

Okay, wenn ich schon meinen Vorsätzen untreu werde, kann ich unter solchen Voraussetzungen
 immerhin mit halbwegs gutem Gewissen ein schlechtes Gewissen haben 😉...

 
Schaut mal bei dem Foto rechts genau hin - im Hintergrund knapp unterhalb der Bank (links / mittig) sieht man
einen kleinen roten Kater herantraben ;-)) Er wollte dann so schnell wie möglich ins Haus, also gibt es keine weiteren 
Maxwell-im-Schnee-Bilder von diesem Tag. Aber es wird hier bald noch Katzen-Bilder geben (mit und ohne Schnee)!


Wenn Modal auch noch ein haltbarer Stoff ist, was ich hoffe, werden mir der Rock und das Shirt viele
Jahre wunderbare Kombinations-Dienste leisten. Ihr werdet einige der Ideen, die ich so nach und
nach in die Realität umsetze, im Lauf der Zeit zu sehen bekommen. Für heute ist es an der Zeit, mich
von euch zu verabschieden - doch vorher erzähle ich euch noch, wo ich diesen Post überall verlinke:

Bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit, 
  bei Sabines Aktion Outfit des Monats - und bei den Modischen Matronen mit dem Februar-Thema 
INSPIRED BY FOLK ART (denn Frida Kahlo ist für mich - unter anderem - der Inbegriff einer Frau,
 die mexikanische Volkskunst in den Stil-Himmel erhoben hat!) Und dann gibt es im Februar auch
noch Elas wunderbare Winterwonderland-Blogparade für alle, die ihre Winterlandschafts-Fotos
& Co. gern dort verlinken wollen:


 
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude
 

Dienstag, 7. Februar 2017

Namibia Teil 8 - Camp Kipwe und die Felsgravuren von Twyfelfontein

Moro, ihr Lieben!

A short English summary of this post:
After we had explored our next accommodation, the Camp Kipwe, which was integrated into the 
landscape in a very pretty way, we made an excursion to the nearest hill. We ended the day with 
a good dinner and a breathtaking sunset. The next morning we went to Twyfelfontein to see the 
famous rock paintings and engravings.
Hugs, Traude


Schön, dass ihr wieder mit uns mitreist! Vielen herzlichen Dank für eure Kommentare zu meinem 
vorigen Reiseberichtskapitel und zu unserem Himba-Erlebnis! Ja, das war schon sehr aufregend, aber 
ihr werdet sehen, dass wir uns davon nicht lange aus der Bahn werfen ließen. Wir blieben lediglich 
bei keinem anderen Verkaufsstand mehr stehen - und auch unsere Lust, der berühmten "Weißen Dame"
die eigentlich gar keine Dame ist, einen Besuch abzustatten, hielt sich in Grenzen, weshalb wir an
der Abzweigung dorthin kaltblütig vorbeirauschten. (Immerhin hätten wir dann auch eine eineinhalb-
bis zweistündige Wanderung mit einem lizenzierten Führer zu diesem Ort mit Felsmalereien buchen
müssen - denn "Dank" wiederholter Vandalenakte von Leuten, die offenbar ebensolche "Vollhonks"*)
sind wie diejenigen, die die zweitausendjährige Weilwitschie abgebrannt haben - dürfen Touristen
nicht mehr allein zu den wertvollen Felsbildern.)

*) Danke an Wolfgang Nießen für dieses wunderbar treffende Wort und die Definition dazu - falls sie euch interessiert, 
findet ihr sie bei den Kommentaren unter diesem Post. Und danke auch an Karen Heyer für ihren Ausruf "Herr, schmeiß 
Hirn vom Himmel" zum selben Vorfall - ich musste darüber sehr breit grinsen. Allerdings stelle ich mir vor, wie der 
angesprochene Herr in seinen Bart grummelt: "Na sicher nicht. Die sollen erstmal die Hirne zu benützen anfangen, die 
ich ihnen schon gegeben habe!"




Also: keine Zwischenstopps mehr! Wir wollten in erster Linie in unser nächstes Quartier - und von
dort aus vielleicht einen Ausflug zu den in der Nähe lebenden Wüstenelefanten unternehmen.*)

*) Bei der Gelegenheit wiederhole ich gleich mal die Empfehlung, die ich beim letzten Mal auch schon gegeben 
habe: In dieser Gegend gäbe es so viel Interessantes zu sehen und zu erleben, dass eine Übernachtung eigentlich zu 
wenig ist. Wenn es euch möglich ist, bucht zwei Nächte.

Als wir im Camp Kipwe (etwa 15 km von dem Tal entfernt, das Twyfelfontein genannt wird)
ankamen, fuhr von der Rezeption gerade ein Allradfahrzeug mit einigen Touristen an Bord ab -
und wir errieten es richtig: Das wäre die Tour zu den Wüstenelefanten gewesen. 
So viel also dazu.




Aber angesichts dieser kuriosen Lodge kam es uns gar nicht in den Sinn, enttäuscht zu sein.
Wir haben ausschließlich in schönen Unterkünften gewohnt, jede einzelne anders als die anderen, 
und einige von ihnen waren auch recht spannend angelegt, doch Edi und ich sind uns einig, dass das 
Camp Kipwe eine der originellsten Anlagen (wenn nicht die originellste) war: Neun Naturstein-
Hütten mit Reetdächern, eingebettet in die kugeligen Felsen des Damaralandes, die Wände innen
mit Naturmaterialien verputzt, die Einrichtung schlicht und geschmackvoll, und das Bade"zimmer"
ist ein Freiluftbad - hineingehauen in den Fels!




Auch die Pool-Anlage schmiegt sich in die Felsen. Mein Bedürfnis, ein Bad im Pool zu 
nehmen, war aber nach kurzem Zehen-ins-Wasser-strecken gestillt, denn im Vergleich zur
Außentemperatur fand ich das Wasser eisig. Edi probierte es nicht einmal. Nachdem wir
uns ein wenig ausgeruht hatten und die ärgste Hitze vorbei war, beschlossen wir, die Gegend
zu erkunden und den nahegelegenen Hügel zu erklimmen.




Der Baum, dessen interessant geformte Blätter ihr hier rechts oben seht, ist ein Mopanebaum.
Er wird vor allem wegen seines Holzes geschätzt KLICK, seine Blätter werden - wie wir am
nächsten Tag von einer Frau namens Eva erfuhren - zur Wundheilung und Bekämpfung von Magen- 
Darmbeschwerden benutzt, und auch Elefanten, Nashörner und Giraffen mögen diese Blätter
als Nahrung sehr.




In diesem Felskugelparadies klettern nicht nur ab und zu mal Rostrosen herum, sondern auch 
diverse Eidechsen und Käfer - wie dieses hübsche schwarz-weiße Exemplar, von dem ich leider
keinen Namen kenne. (Ich kann ihn im Internet jedenfalls nicht finden, weder unter afrikanische
Käfer noch unter Käfer Namibia, Käfer schwarz-weiß oder Käfer gestreift ... Ob er wohl auch ein 
Vertreter der Tok Tokkie-Käferfamilie ist? Bei mir heißt er jedenfalls bis zur endgültigen Klärung 
namibischer Zebrakäfer!

Ha! Vielleicht haben wir eine neue Gattung entdeckt!!!! Die heißt dann Onymacris Rostrosiensis!) Und wir sahen 
auch ein Kaninchen (oder etwas, das einem Kaninchen sehr ähnlich sah), aber das war zu schnell für ein Foto. (Ganz 
bestimmt ebenfalls eine bisher unentdeckte Gattung - Cuniculus Rostrosiensis.)

Edit: Von Antje bekam ich auf Facebook den entscheidenden Hinweis: Der Käfer ist ein
Stenocara gracilipes!
 DANKE!
(Wieder nix mit einem nach mir benannten Tier ;-))
 



Fürs Abendessen stylte ich mich anschließend in Rosa-Tönen, passend zur Blütenpracht in
der Anlage und - wie wir später feststellten - auch passend zum Tischgedeck im Restaurant ;-) -
das heißt, ich trug wieder den schwarz-rosa-geblümten Rock, den ich schon zu Beginn des
Urlaubes getragen hatte (und der nicht mehr mit nach Österreich kommen würde, aber hier
noch gut gebraucht wurde), ein schlichtes schwarzes Top und ein "geerbtes" hell-dunkelrosa-
getigertes Tuch, das zunächst als Gürtel Verwendung fand und mir ab dem Sonnenuntergang
auf der Restaurantterasse die Schultern wärmen durfte.




Herr Rostrose zeigte diesmal in unserem Freiluftbad, dass er nicht nur cool dastehen kann,
sondern dass auch er die Rostrosenpose beherrscht:


Hach, Urlaub ist sowas Wunderbares - so frei und unbeschwert und nach Herzenslus blödelnd hätt'
ich's gern immer!


Hier oben rechts seht ihr, wie die Restaurant-Hütte von außen aussieht - und unten dann unser
Platzerl am besten Tisch des Hauses, direkt mit Blick auf das abendliche Himmelsschauspiel.
Das Essen im Restaurant des Camp Kipwe wird zu Recht gelobt - es war köstlich - fotografiert
haben wir allerdings nur den "Gruß aus der Küche" - und sonst vor allem die untergehende
Sonne ...


Sooo schön!

Am nächsten Morgen gönnten wir uns was Leckeres von der Frühstücks-Speisekarte (ich
glaube, der kleine Vierbeiner hätte auch gern was davon abgekriegt 😉). Von meiner Verschenke-
Garderobe kam ebenfalls wieder was weg, aber nichts sehr Feminines: Denn Edi hatte mich darauf
aufmerksam gemacht, dass es im gesamten Camp Kipwe offenbar kein weibliches Personal gab
(abgesehen von der Managerin) - also auch keine Zimmermädchen - deshalb spendete ich hier meine
Stretchjeans vom Sandwich-Harbour-Ausflug und hoffe, dass einer der jungen Männer klein genug
ist, um mit meiner kurzbeinigen Hose etwas anfangen zu können. Zur Not kann er ja Stulpen
anstückeln, sie verkaufen, eintauschen oder verschenken.



Solche Eselskarren wie den rechts sieht man in Namibia immer wieder...


Als nächstes fuhren wir los, um uns die Felsbilder von Twyfelfontein anzusehen. Das Wort stammt
mal wieder aus der Sprache Afrikaans und bedeutet "zweifelhafte Quelle". Denn als sich 1947 in
der Gegend weiße Farmer ansiedelten, gab es hier eine Quelle, die jedoch nicht sehr zuverlässig
sprudelte. Als sie in den 1960ern endgültig versiegte, zogen auch die Siedler wieder weg. Ein Stück
weiter unten (in der übernächsten Collage) seht ihr Mauerreste des damaligen Farmhauses. Der Name
Twyfelfontein blieb jedoch erhalten, sowohl für das gesamte Tal als auch für den Fundort der
jahrtausende alten Kunstwerke, die es hier in der Gegend zu sehen gibt.



Hier seht ihr Edi on the Rocks und außerdem einen Baum mit einem markanten Stamm -
der untere Teil erinnert an das Bein eines Elefanten ...



Zu den Felsbildern kommt man über einen teilweise recht unwegsamen Steig *) - und man darf
dort nur mit einem Tour-Guide hin. Warum? Weil es hier ebenfalls wieder "kluge" Leute gab, die
meinten, sie könnten den alten Malereien und Gravuren noch ein paar neue hinzufügen; außerdem
wurden seit ihrer Entdeckung auch zahlreiche der gravierten Felsenstücke entwendet...

*) Nehmt euch für diese Tour unbedingt genug Trinkwasser und einen Sonnenschutz mit. Und vielleicht noch eine
zusätzliche Wasserflasche für die Leute, die am Parkplatz die Autos bewachen (die haben uns nämlich um Wasser 
gebeten - zum Glück hatten wir einen Vorrat in Form eines 5-Liter-Kanisters aus dem Supermarkt dabei und auch noch 
eine weitere kleine Plastikflasche, die wir auffüllen und verschenken konnten).




Unsere Führerin Diana seht ihr hier oben - und weiter unten dann auch noch mal. Außerdem
seht in in der oberen Collage (links), dass das Visitor Centre mit halbierten Öltonnen und den Böden
der Fässer verziert und gedeckt wurde - eine interessante Form von Recycling.

Auch wenn Diana noch so lieb lächelt -
auf ihrem T-Shirt steht eine deutliche Warnung: "Never mess with a tour guide. We know places
where no one will find you." ("Leg dich niemals mit einem Tour Guide an. Wir kennen Plätze, 
wo keiner dich findet.") 😎 Also verhielten wir uns sicherheitshalber ganz ruhig und brav - noch
dazu, wo diese Frau auch ganz schön "Krallen zeigte" - siehe unten 😉





Diana erzählte uns, dass die Steinplatten durch ein Erdbeben freigelegt wurden. Seither wurden
mehrere tausend Felsgravuren und -malereien entdeckt - und sind dadurch leider auch Wind und
Wetter ausgesetzt. Ich denke, eines Tages werden all diese wertvollen Steine entweder in ein
Museum wandern bzw. durch Glasplatten o.ä. geschützt werden müssen.

Das genaue Alter der Gravuren und Malereien ist nicht bekannt - sie stammen jedenfalls aus
unterschiedlichen Zeiten in vermutlich sechs verschiedenen Perioden. Diana sprach davon, dass die
älteren Gravuren auf 6000, die jüngeren auf 2000 Jahre geschätzt werden. Auch die Künstler
gehörten unterschiedlichen Stämmen an - den Vorläufern der heutigen Damara und San.




Ebenso, wie die Altersbestimmung noch nicht abgeschlossen ist, gibt es auch noch jede Menge
Rätsel über die Bedeutung mancher Darstellungen. Hier oben seht ihr das bekannteste der
Ritzbilder von Twyfelfontein - und die Figur, die die meisten Rätsel aufgibt, ist der Löwe mit
dem langen Schwanz, an dessen Ende sich eine Art Hand befindet. Man geht heute davon aus,
dass es sich bei dieser Darstellung nicht um einen tatsächlichen Löwen handelt, sondern um
einen Schamanen, der sich im Trancezustand quasi in einen Löwen verwandelt hat.

Auch Giraffen mit vier Hörnern sollen auf etwas Derartiges hinweisen. Ob man diese Theorien
jemals mit Sicherheit bestätigen kann? Manchmal wünschte ich wirklich in der Zeit reisen zu
können um zu sehen, wo sich Archäologen und Historiker irren und wo sie den Nagel auf den
Kopf getroffen haben... Es gibt noch jede Menge weitere interessante Bilder zu sehen - manche
waren allerdings schwierig zu fotografieren. HIER könnt ihr euch jedenfalls noch ein paar
Bilder ansehen und euch über die Motive der Felsbilder informieren.





Gut, ihr Lieben, nachdem mein letzter Reisebericht wegen der "Himba-Schilderungen" schon
so lang war, erzähle euch von unserer zweiten Unternehmung dieses Tages erst im nächsten Kapitel.
Wir mussten jedenfalls mal wieder eine Entscheidung treffen - denn in der Umgebung von Twyfel-
fontein gibt es nicht nur die Felsbilder zu sehen, sondern u.a. auch den Verbrannten Berg, die
Orgelpfeifen und den Versteinerten Wald. Wofür wir uns entschieden haben, erzähle ich euch
beim nächsten Mal, einverstanden?

Nun danke ich euch auch noch herzlich für eure lieben Zeilen zu meinem Winter-Capsule-
Posting; beim nächsten Mal geht's hier auch wieder mit einem Outfit weiter, von dem ich glaube,
das es viele von euch mögen (oder zumindest inspirierend finden) könnten - also bleibt dran! 😊 

Auch dieses Posting verlinke ich (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung
 und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys 
Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit und bei
Sabines Aktion Outfit des Monats ... Und mit den roten Elementen mische ich auch wieder 
bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude




Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek  
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund